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Neues vom Hof Bunemeyer

Wir möchten Euch in dieser Rubrik einen Einblick in unseren Hof-Alltag geben. Unsere Projekte und Visionen sollen hier vorgestellt werden und wenn Ihr mehr über unsere Arbeit wissen möchtet oder auch Tipps für uns habt, meldet Euch gerne bei uns. 

Bune stellt sich vor

Das ist Bune.

Bune ist das Maskottchen von Hof Bunemeyer. Als Biber kennt er sich mit Holz aus –

und passt damit genau zu dem, was wir hier tun.

Auf unserer Website und in den sozialen Medien taucht Bune regelmäßig auf.

Mal erklärt er unsere Arbeit, mal schaut er einfach über die Schulter und zeigt, wie es auf dem Hof läuft. Vom Fällen über das Sägen und Spalten bis zur Vermarktung: Bune ist immer da wo wir zeigen, wie bei uns gearbeitet wird.

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Miscanthus – unser Riesengras

​Auf einem Teil unserer Flächen wächst seit zwei Jahren eine Kultur, die auf den ersten Blick nicht nach Landwirtschaft im Münsterland aussieht: Miscanthus, auch Chinaschilf oder Elefantengras genannt.

Wer im Hochsommer daran vorbeifährt, steht vor einer über drei Meter hohen, dichten grünen Wand. Wer im März kommt, sieht ein abgeerntetes, braunes Stoppelfeld. Genau dieser Kontrast macht die Kultur so besonders – und wir wollen hier einmal den Fortschritt Woche für Woche zeigen.

Was ist Miscanthus?

Der bei uns angebaute Miscanthus × giganteus ist eine natürliche Kreuzung zweier ostasiatischer Wildgräser. Botanisch gehört er zur gleichen Familie wie Mais und Zuckerrohr und nutzt wie diese den besonders effizienten C4-Stoffwechsel – das erklärt die enormen Zuwachsraten im Sommer.

 

Ein paar Eigenschaften, die für den Anbau entscheidend sind:

  • Steril. Die Pflanze bildet keinen keimfähigen Samen. Sie kann sich also nicht unkontrolliert aussamen oder verwildern.

  • Mehrjährig. Gepflanzt wird einmal, über Rhizome (Wurzelstöcke). Danach steht der Bestand 20 Jahre und länger. Es gibt kein jährliches Pflügen, Säen oder Bestellen.

  • Genügsam. Nach der Etablierungsphase ist der Bestand so dicht, dass Unkraut praktisch keine Chance mehr hat. Pflanzenschutz entfällt, der Düngebedarf ist minimal.

  • Nährstoffsparend. Im Herbst zieht die Pflanze die Nährstoffe aus den Halmen zurück in das Rhizom, das Laub fällt ab und bleibt als Mulchschicht auf der Fläche. Geerntet wird deshalb erst im zeitigen Frühjahr – dann ist das Material trocken und nährstoffarm.

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Warum wir Miscanthus anbauen

Der Miscanthus ist bei uns ein Versuch, neue Betriebskreisläufe zu erschließen. Ziel ist es, das geerntete Häckselgut in verschiedene Richtungen zu nutzen.

  • als Einstreu für Tiere – saugfähig, staubarm und ein guter Ersatz für zugekauftes Stroh.

  • als Brennstoff für die Wärmeerzeugung in Hackschnitzelheizungen und evtl. später auch als Pellets.

  • als Mulchmaterial in Beeten und Kulturen, wo es Feuchtigkeit hält und Unkraut unterdrückt

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Dazu kommen die Vorteile, die man nicht direkt verkaufen kann, die aber jedes Jahr mitlaufen: Der Boden wird in den kommenden zwei Jahrzehnten nicht gewendet, die durchwurzelte Fläche schützt vor Erosion und baut Humus auf. Und der Bestand ist über weite Teile des Jahres ein hervorragender Deckungs- und Rückzugsraum für Rehwild, Hasen und Vögel.

 

Vom Stoppelacker zur grünen Wand – zehn Wochen in Bildern

Wie schnell das im Frühjahr geht, unterschätzt man leicht. Wir haben deshalb an einer festen Stelle im Bestand einen Zollstock in den Boden gesetzt und von Anfang April bis Mitte Juni jede Woche aus dem gleichen Blickwinkel fotografiert.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

6. April – der Austrieb. Die Fläche ist noch braun, die abgeernteten Halme des Vorjahres liegen als Mulchschicht auf dem Boden. Nur bei genauem

Hinsehen erkennt man die ersten rötlichen Triebspitzen, die sich durch die

Streu schieben. Ein paar Zentimeter, mehr nicht.

12. April – 5 bis 10 cm. Aus den Spitzen sind kräftige, spargelähnliche Triebe geworden.

Pro Pflanzstelle schieben mehrere Halme gleichzeitig

nach oben.

19. April – rund 20 cm. Die ersten Blätter rollen sich auf. Der Reihenverband der Pflanzung wird sichtbar, dazwischen liegt noch offener Boden.

26. April – rund 30 cm. Der Bestand ergrünt flächig. Jeder Halm trägt jetzt mehrere Blätter und beginnt,

den Boden zu beschatten.

3. Mai – 30 bis 40 cm. Die Blätter werden deutlich breiter. Die Pflanze investiert in dieser Phase erkennbar mehr in Blattmasse als in Höhe.

10. Mai – 40 bis 50 cm. Die Reihen wachsen zusammen, die Mulchschicht am Boden verschwindet unter dem Blattwerk.

17. Mai – 40 bis 60 cm. Eine ruhige Woche. Der Höhenzuwachs bleibt verhalten, der Bestand wird vor allem dichter. Solche Phasen gehören dazu – Miscanthus reagiert empfindlich auf kühle Nächte, holt das aber später zuverlässig wieder auf.

​​24. Mai – rund 80 cm. Und genau das passiert: Innerhalb einer Woche legt der Bestand gut 20 bis 30 Zentimeter zu. Die Halme verholzen an der Basis und wachsen jetzt spürbar in die Länge.

07. Juni – 1,00 bis 1,40 m. Der Bestand ist geschlossen, die Halme stehen dicht und aufrecht.

Man geht nicht mehr einfach so hindurch.

14. Juni – über 2,00 m. Aus dem Stoppelacker ist eine grüne Wand über Kopfhöhe geworden. Der Zollstock reicht nicht mehr.

In der Summe: von wenigen Zentimetern auf über zwei Meter in zehn Wochen – ohne Bewässerung und ohne Bodenbearbeitung. Der stärkste Schub liegt dabei nicht im Frühjahr, sondern ab Ende Mai, wenn Boden und Nächte warm genug sind. Bis zum Spätsommer kommt noch einmal rund ein Meter dazu.

Und dann?

Über den Sommer wächst der Bestand auf seine Endhöhe von drei Metern und mehr. Im Herbst stellt die Pflanze das Wachstum ein, verlagert die Nährstoffe ins Rhizom und lässt das Laub fallen. Über den Winter trocknen die Halme am Stock ab, bis der Wassergehalt niedrig genug für eine gute Lagerung ist.

Geerntet wird im Februar oder März, kurz bevor der neue Austrieb beginnt. Danach steht die Fläche wieder braun und leer da – und im April fängt alles von vorne an.

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